Warum wir Frauen es im Alltag trotzdem so schwer umsetzen
Es gibt diesen Moment, den vermutlich viele Frauen kennen.
Der Tag war voll, Arbeit, Familie, Business, Termine, Nachrichten, Organisation, Verantwortung, man hat funktioniert und irgendwann sitzt man da und denkt:
Wann habe ich eigentlich heute mal auf mich geschaut?
Habe ich genug getrunken?
Wann habe ich gegessen?
War ich überhaupt einmal draußen?
Wann habe ich zuletzt bewusst innegehalten?
Und warum fühlt es sich eigentlich so an, als wäre ich selbst den ganzen Tag irgendwo hinterhergelaufen?
Genau mit diesen Fragen haben sich Jessica und Alisa in der UNIQMYND Lounge gemeinsam mit Lisa Stober beschäftigt.
Lisa ist Expertin für ganzheitliche Frauengesundheit und hat sich auf Zykluscoaching spezialisiert. Sie begleitet Frauen unter anderem bei Themen wie PMS, Regelschmerzen, Energieschwankungen, Ernährung, Nervensystem und Körperwahrnehmung.
Die ganze Folge mit Lisa könnt ihr euch in der UNIQMYND Lounge anhören. Gemeinsam sprechen wir über Mental Load, Zyklus, Selbstfürsorge und darüber, wie wir wieder mehr bei uns selbst ankommen können.
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„Ich funktioniere nur noch.“
Für das Gespräch wurden Frauen aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen interviewt.
Selbstständige Frauen, Angestellte, Mamas mit und ohne Kinder und Frauen in unterschiedlichen Altersgruppen.
Trotz dieser Unterschiede tauchten immer wieder dieselben Kernthemen auf.
Eine Aussage war besonders prägnant:
„Ich funktioniere nur noch.“
Eine zweite:
„Ich weiß eigentlich, was mir guttun würde.“
Und eine dritte:
„Wenn viel los ist, falle ich als Erstes hinten runter.“
Das Interessante daran ist: Es scheint häufig gar nicht am Wissen zu fehlen.
Viele Frauen wissen sehr genau, dass ihnen Bewegung, Pausen, gutes Essen, Schlaf, frische Luft oder Zeit für sich guttun würden.
Aber sobald das Leben voller wird, sind genau diese Dinge häufig das Erste, was gestrichen wird.
Warum stellen wir uns selbst so oft hinten an?
Ein wesentlicher Punkt des Gesprächs ist die Frage, warum dieses Muster bei so vielen Frauen auftaucht.
Lisa beschreibt, dass Frauen häufig stark gesellschaftlich orientiert sind und gelernt haben, nach außen zu schauen: Was brauchen die anderen? Was muss erledigt werden? Wer braucht mich?
Das kann dazu führen, dass die eigenen Bedürfnisse erst dann wahrgenommen werden, wenn sie bereits sehr laut geworden sind.
Die eigene Gesundheit wird zurückgestellt.
Die eigene Pause wird gestrichen.
Die eigenen Bedürfnisse werden vertagt.
Bis der Körper oder die Psyche irgendwann deutlich darauf aufmerksam machen.
Der Zyklus kann dabei eine zusätzliche Ebene sein
Im Gespräch geht es auch darum, dass sich Energie, Bedürfnisse und Wahrnehmung innerhalb des Zyklus verändern können.
Lisa beschreibt unterschiedliche Zyklusphasen als Phasen, in denen sich der Fokus und die verfügbare Energie verändern können.
Gerade in der Zeit nach dem Eisprung und rund um die Periode kann beispielsweise das Bedürfnis nach Rückzug, Ruhe und stärkerer Innenorientierung zunehmen.
Das bedeutet nicht, dass jede Frau jede Phase identisch erlebt und genau das ist ein wichtiger Punkt:
Es gibt kein Schema F.
Eine Routine, die für eine Frau funktioniert, muss für eine andere nicht passen.
Und was heute funktioniert, kann in einigen Monaten oder in einer anderen Lebenssituation nicht mehr die richtige Lösung sein.
Wissen allein verändert noch keinen Alltag
Das war eine der zentralen Erkenntnisse des Gesprächs.
Wir können wissen, wie unser Zyklus funktioniert.
Wir können wissen, dass wir Pausen brauchen.
Wir können wissen, dass wir auf unser Nervensystem achten sollten.
Wir können wissen, dass wir mehr trinken oder regelmäßig essen sollten.
Aber:
Wissen ist noch keine Umsetzung.
Zwischen „Ich weiß, was mir guttun würde“ und „Ich tue es tatsächlich“ liegt unser Alltag und genau dort wird es schwierig.
Deshalb braucht es nicht nur Wissen, sondern auch konkrete Tools, Routinen und vor allem die Bereitschaft, diese individuell auszuprobieren.
Routinen sollen uns nicht zusätzlich belasten
Eine interessante Perspektive aus dem Gespräch:
Routinen sind nicht dazu da, uns noch mehr Regeln aufzuerlegen, sie sollen uns füttern.
Ein Beispiel aus Lisas Coaching zeigt, wie klein eine Veränderung sein kann.
Eine Frau schaffte es, zehn Minuten am Tag bewusst für sich einzuplanen. Diese zehn Minuten waren nicht spektakulär.
Aber sie lagen an einer Stelle im Alltag, an der sie tatsächlich funktionierten.
Und genau dadurch konnten sie ihr Energie zurückgeben.
Das ist ein wichtiger Unterschied:
Es geht nicht darum, möglichst viel Selbstfürsorge in den Kalender zu quetschen.
Es geht darum, das Richtige an der richtigen Stelle zu tun.
Die fünf Minuten, die wir uns fast nicht nehmen
Im Podcast wurde genau das praktisch ausprobiert.
Lisa leitete eine kurze Atemübung an.
Zunächst ging es darum, die eigene Atmung einfach wahrzunehmen.
Danach wurde ein Rhythmus ausprobiert:
4 Sekunden einatmen – 6 Sekunden ausatmen.
Schon nach wenigen Minuten bemerkten Jessica und Alisa, wie sehr sich ihr Zustand verändert hatte.
Wenn du die Übung selbst ausprobieren möchtest, kannst du diesen Moment in der Podcastfolge direkt gemeinsam mit Lisa mitmachen.
Das Spannende daran:
Es musste nichts Großes passieren.
Keine Stunde Yoga.
Keine perfekt geplante Morgenroutine.
Keine komplette Veränderung des Lebens.
Nur ein kurzer Moment des Innehaltens.
Aber Atmung ist nicht für jede Frau das richtige Tool
Und auch das wurde im Gespräch sehr deutlich.
Nicht jede Frau fühlt sich automatisch wohl, wenn sie die Augen schließt und bewusst atmet.
Wenn ein Körper stark im Stressmodus ist, kann sich Ruhe sogar ungewohnt oder unangenehm anfühlen.
Deshalb geht es darum, herauszufinden:
Was funktioniert für mich?
Lisa nennt verschiedene Möglichkeiten, mit dem Körper in Kontakt zu kommen:
-
bewusste Atmung
-
Tapping
-
Schütteln
-
Hüpfen
-
Bewegung
-
Tanzen zu Musik
Der gemeinsame Nenner ist nicht die konkrete Methode.
Der gemeinsame Nenner ist:
aus dem Kopf zurück in den Körper kommen.
Vielleicht musst du nicht sofort etwas verändern
Ein besonders wichtiger Gedanke aus dem Gespräch lautet:
Wenn du bemerkst, dass es dir gerade nicht gut geht, musst du nicht sofort überlegen:
„Was muss ich jetzt verbessern?“
Vielleicht darfst du zunächst einfach feststellen:
„Okay. Ich merke gerade, dass etwas nicht stimmt.“
Auch diese Wahrnehmung ist bereits ein großer Schritt.
Denn wenn wir unsere Bedürfnisse überhaupt nicht wahrnehmen, können wir sie auch nicht kommunizieren.
Und genau daraus kann ein weiteres Problem entstehen.
Wir halten lange durch, sagen nichts, machen weiter und irgendwann explodieren wir.
Bedürfnisse dürfen ausgesprochen werden
Selbstfürsorge bedeutet deshalb nicht nur, alleine auf einer Yogamatte zu sitzen.
Sie kann auch Kommunikation bedeuten.
Zu sagen:
„Ich brauche gerade Ruhe.“
Oder:
„Kannst du mich kurz in den Arm nehmen?“
Oder:
„Ich brauche zehn Minuten für mich.“
Oder schlicht:
„Ich merke, dass gerade zu viel ist.“
Je früher wir wahrnehmen, was in uns passiert, desto eher können wir es auch kommunizieren – bevor der Körper oder die Emotionen es auf eine viel lautere Art tun.
Die perfekte Morgenroutine gibt es nicht
Eine weitere wichtige Erkenntnis:
Eine Routine muss zu dir passen.
Nicht zu Instagram.
Nicht zu einer anderen Frau.
Nicht zu einem Produktivitätscoach.
Und nicht zu dem Bild davon, wie dein Leben eigentlich aussehen sollte.
Was Jessica guttut, muss Lisa nicht guttun.
Was heute für Alisa funktioniert, muss für sie in sechs Monaten nicht mehr passen.
Und auch der Zyklus kann beeinflussen, wonach uns gerade ist.
Deshalb geht es vielmehr darum, sich selbst kennenzulernen.
Auszuprobieren, zu beobachten, anzupassen und mit der Zeit ein persönliches Repertoire an Tools aufzubauen.
Selbstfürsorge beginnt mit einer Frage
Vielleicht brauchst du heute keine neue Routine.
Vielleicht brauchst du keine weitere To-do-Liste.
Vielleicht brauchst du nur diese eine Frage:
Was brauche ich gerade?
Und dann darf die Antwort ganz banal sein.
Essen.
Wasser.
Ruhe.
Frische Luft.
Bewegung.
Schlaf.
Nähe.
Ein Gespräch.
Zeit alleine.
Oder einfach fünf Minuten, in denen niemand etwas von dir möchte.
Selbstfürsorge bedeutet nicht, dass wir unsere Familie, unser Business oder unsere Arbeit vernachlässigen.
Im Gegenteil.
Wenn wir selbst wieder mehr Energie haben, können wir auch wieder bewusster für andere da sein.
Lisa bringt dafür im Gespräch ein sehr einprägsames Bild:
Im Flugzeug setzt man zuerst die eigene Atemmaske auf – und dann hilft man dem Kind.
Nicht aus Egoismus, sondern weil wir anderen nicht dauerhaft helfen können, wenn wir selbst völlig erschöpft sind.
Und genau darum geht es in den nächsten Wochen weiter
Das Gespräch mit Lisa ist dabei erst der Anfang.
Geplant sind weitere Themen rund um:
-
Menstrual Awareness
-
Zyklus und Zyklusphasen
-
weibliche Kommunikation
-
Bedürfnisse
-
Grenzen setzen
-
Selbstführung
-
Gedanken, Gefühle und Handlungen
-
Routinen und konkrete Tools für den Alltag
Außerdem geht es um Räume für Begegnung und Austausch – auch offline.
Denn Persönlichkeitsentwicklung soll nicht nur etwas sein, worüber wir theoretisch sprechen.
Sie darf im Alltag stattfinden.
Nicht perfekt.
Nicht nach Schema F.
Sondern passend zu dir.
Eine letzte Frage für dich
Bevor du jetzt zur nächsten Aufgabe gehst:
Halte kurz inne.
Atme.
Und frag dich:
Wie geht es mir gerade wirklich?
Und danach:
Was brauche ich?
Vielleicht ist genau das dein erster Schritt zurück zu dir.
Du möchtest noch tiefer eintauchen?
Dann hör dir die komplette Folge der UNIQMYND Lounge mit Lisa Stober an.
Jessica, Alisa und Lisa sprechen über Mental Load, Zyklus, Nervensystem, Selbstfürsorge und darüber, wie wir unsere eigenen Bedürfnisse wieder bewusster wahrnehmen können – inklusive der kleinen Atemübung zum direkten Mitmachen.
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Und das ist erst der Anfang: In den kommenden Wochen nehmen wir euch noch tiefer mit in die Themen Zyklusbewusstsein, weibliche Kommunikation, Bedürfnisse, Grenzen und Selbstführung. 🤍






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